CO2-Fußabdruck einer Bäckerei mit 50 Filialen: Was sich mit CI4U einsparen ließe

Modellrechnung, kein realer Kundenfall.

Retouren bei Brot und Backwaren sind zuerst eine Kostenfrage. Aber jedes zurückgegebene Brot hat vorher schon Ressourcen verbraucht – Wasser für den Getreideanbau, Energie für Mahlen, Backen, Transport, und eben auch CO2-Emissionen entlang der gesamten Erzeugungskette. Dieser Aufwand lässt sich nicht rückgängig machen, nur weil das Produkt am Ende nicht verkauft wurde. Wir haben das für ein Modellunternehmen mit 50 Filialen durchgerechnet – mit echten, zitierfähigen Umrechnungsfaktoren und einer bewusst vorsichtigen eigenen Annahme zur möglichen Einsparung.

Der CO2-Faktor: keine Schätzung, sondern eine Studie

Für die Umrechnung von Retourenmenge in CO2-Ausstoß nutzen wir die Studie „Ökologische Fußabdrücke von Lebensmitteln und Gerichten in Deutschland“ (ifeu Heidelberg, 2020, im Auftrag des Umweltbundesamts). Sie beziffert den CO2-Fußabdruck von Brot- und Getreideprodukten mit rund 0,6 kg CO2-Äquivalent pro Kilogramm – von der Getreidekultivierung (der größte Anteil) bis zum fertigen Produkt.

Das Modell für 50 Filialen

Als illustrative Modellannahme (keine gemessenen Werte eines echten Betriebs):

Retoure Brot & Brötchen pro Filiale/Tag10 kg
Filialen50
Retoure gesamt/Tag500 kg
Retoure gesamt/Jahr (365 Tage)182.500 kg (182,5 t)
CO2e-Fußabdruck der Retoure/Jahr182.500 kg × 0,6 kg CO2e/kg ≈ 109,5 t CO2e

Was eine präzisere Bestellprognose ändern könnte

Hier wird es bewusst zurückhaltend: Es gibt aktuell keine unabhängige, wettbewerberfreie Studie, die eine konkrete Retouren-Einsparung speziell für Bäckereien beziffert. Alle uns bekannten bäckereispezifischen Prozentzahlen stammen von kommerziellen Anbietern zu ihren eigenen Produkten – solche Zahlen zitieren wir hier bewusst nicht, auch nicht anonymisiert, weil wir sie nicht unabhängig verifizieren können.

Stattdessen leiten wir eine eigene, vorsichtige Modellannahme her: CI4Us Bestellprognose erreicht im Backtest eine Prognoseabweichung (MAPE) von unter 12 % (mehr dazu). Ein Betrieb, der bisher rein erfahrungsbasiert – also ohne datengestützte Prognose – bestellt, hat typischerweise eine deutlich größere Abweichung. Ein Teil dieser Differenz dürfte sich in geringerer Überproduktion niederschlagen. Wie groß dieser Anteil im Einzelfall ist, hängt vom Betrieb ab und lässt sich ohne eigene Kundendaten nicht seriös auf einen Punktwert festlegen.

Wichtiger Hinweis: Die folgende Spanne von 5–15 % ist eine vorsichtige, eigene Modellannahme von CI4U auf Basis der eigenen Backtest-Genauigkeit – keine unabhängig belegte Branchenstatistik. Für eine bäckereispezifische Retouren-Einsparung durch KI-Prognose ist uns aktuell keine wettbewerberfreie, unabhängige Quelle bekannt. Wir setzen diese Spanne deshalb bewusst niedriger an, als am Markt kursierende Werbeaussagen einzelner Anbieter.

Angewendet auf das Modell:

ReduktionCO2e eingespart/Jahr
5 %5.475 kg (≈ 5,5 t)
15 %16.425 kg (≈ 16,4 t)

Zum Vergleich

  • Autofahrten: Bei rund 140 g CO2 pro gefahrenem Pkw-Kilometer (Umweltbundesamt, deutscher Fahrzeugbestand) entspricht die Einsparung rund 39.000 bis 117.000 gefahrenen Kilometern pro Jahr – bei einer durchschnittlichen Jahresfahrleistung von ca. 13.000 km wäre das etwa 3 bis 9 Pkw, die ein Jahr lang stillstehen.
  • CO2-Bindung durch Bäume: Ein Baum bindet je nach Art und Alter im Schnitt rund 12,5 kg CO2 pro Jahr. Die Einsparung entspräche demnach der jährlichen Bindungsleistung von rund 440 bis 1.310 Bäumen.

Diese Vergleichsgrößen dienen ausschließlich der Einordnung der Größenordnung, nicht einer exakten Äquivalenzrechnung.

Nicht nur CO2: auch Wasser

CO2 ist nicht die einzige Ressource, die in Retouren steckt. Für Brotgetreide wird nach der Wasserfußabdruck-Forschung (Mekonnen & Hoekstra 2011) überwiegend virtuelles Wasser verbraucht – vor allem zur Bewässerung beim Anbau. Wie sich das konkret auf Ihre eigene Retourenmenge umrechnet – inklusive Wasser- und Energiefußabdruck, mit denselben vorsichtigen Modellannahmen – können Sie mit unserem interaktiven Ressourcen-Rechner selbst durchspielen.

Fazit

Der CO2-Fußabdruck von Retouren ist real und messbar, auch wenn er im Bäckereialltag selten mitgedacht wird. Wie groß der Hebel einer präziseren Bestellprognose konkret ist, lässt sich seriös nur mit einer vorsichtigen Spanne und nicht mit einer scharfen Zahl beziffern – genau das haben wir hier versucht transparent zu machen, statt eine beeindruckendere, aber unbelegte Zahl zu präsentieren.

Sie möchten die eigene Bestellprognose Ihres Betriebs auf den Prüfstand stellen? Mehr zu unserem Bäckermodul finden Sie auf unserer Seite Lebensmittelhandwerk, oder sprechen Sie uns direkt über unsere Kontaktseite an.


Quellen

  • ifeu Heidelberg (2020): Ökologische Fußabdrücke von Lebensmitteln und Gerichten in Deutschland, im Auftrag des Umweltbundesamts.
  • Umweltbundesamt: Emissionen des Verkehrs (Pkw-Durchschnittswert).
  • CI4U-eigener Backtest-Wert (MAPE < 12 %), siehe /bestellprognose/.
  • Mekonnen & Hoekstra (2011): The water footprint of crops and derived crop products – bereits verwendet im Ressourcen-Rechner.

Rechtshinweis

Dieser Beitrag ist eine Modellrechnung zur Veranschaulichung und bezieht sich auf keinen realen Kunden. Alle Werte zur Retourenmenge sind illustrative Annahmen. Die 5–15 %-Einsparungsspanne ist eine eigene, konservative Modellannahme von CI4U, keine belegte Branchenstatistik.

Ähnliche Beiträge